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RATGEBER · GRUNDLAGEN

Die häufigsten Fehler bei Versicherungen — und wie Sie sie vermeiden.

In der Beratung begegne ich denselben sieben Fehlern immer wieder. Sie kosten in Summe oft mehrere zehntausend Euro über ein Leben — und sind alle vermeidbar, wenn man sie kennt. Dieser Ratgeber ist die Sammlung. Keine Theorie, sondern was in echten Mandaten zur Sprache kommt.

Fehler 1: Versicherung und Sparen verwechseln

Klassische Kapitallebensversicherungen werden seit Jahrzehnten als „Sparen mit Absicherung" verkauft. Das Ergebnis ist häufig beides schlecht: zu wenig Schutz und zu wenig Rendite, weil die Kostenstruktur beide Funktionen gleichzeitig finanziert.

Mein Vorgehen: Trennen Sie die Funktionen. Eine reine Risikolebensversicherung kostet im jungen Erwachsenenalter ein paar Euro im Monat und sichert die Familie ab. Für den Vermögensaufbau gibt es geeignetere Werkzeuge — fondsgebundene Renten mit klaren Kosten, Direktversicherungen über den Arbeitgeber, ergänzende Sparpläne. Was wofür passt, entscheidet die Lebenssituation, nicht das Lieblingsprodukt.

Fehler 2: Berufsunfähigkeit zu spät absichern

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die mit Abstand wichtigste Einkommens-Absicherung. Wer sie nicht rechtzeitig abschließt, zahlt zweimal: erst durch höhere Beiträge im Alter, dann oft durch Risikozuschläge oder Ablehnung wegen Vorerkrankungen.

Realistisch: Mit 20 ist ein junger, gesunder Mensch günstig versicherbar. Mit 35, nach einer Bandscheiben-OP oder einer depressiven Episode, kann die BU plötzlich unbezahlbar oder nicht mehr möglich sein. Die teuerste BU ist die, die man hätte abschließen können — und nicht abgeschlossen hat.

Fehler 3: Bei der Haftpflicht an der falschen Stelle sparen

Eine Privathaftpflicht kostet je nach Anbieter zwischen vier und acht Euro im Monat. Die Versicherungssumme sollte mindestens zehn Millionen Euro Personen- und Sachschäden umfassen — manche Tarife bieten heute fünfzig Millionen oder unbegrenzt.

Warum so hoch? Weil ein schwerer Personenschaden — etwa ein verschuldeter Verkehrsunfall mit anhaltender Pflegebedürftigkeit — schnell siebenstellige Schadensummen erreicht. Wer mit einer Million Deckung unterwegs ist und nicht weiß warum, hat hier am falschen Ende gespart. Der Tarifwechsel zu besserer Deckung kostet meist keine zwei Euro Mehrbeitrag.

Fehler 4: Restschuldversicherung blind unterschreiben

Die Restschuldversicherung wird gerne bei der Finanzierung „mit reingepackt". Sie soll im Todes-, BU- oder Arbeitslosigkeitsfall den Kredit ablösen. Klingt sinnvoll — ist es aber oft nicht. Die Beiträge sind im Verhältnis zur Leistung sehr hoch, die Bedingungen kleinteilig, und im Schadenfall greifen Ausschlüsse häufig.

Mein Vorgehen: Statt einer pauschalen Restschuldversicherung lohnt sich der nüchterne Vergleich mit einer eigenständigen Risikolebens- und einer BU. Beide sind in der Regel deutlich günstiger, bedingungsstärker und unabhängig vom konkreten Kreditvertrag.

Fehler 5: Bagatell-Policen statt der großen Risiken

Handy-, Brillen-, Reisegepäck-, Garantieverlängerungs-, Fahrradzusatz-Police: Jede einzelne klein, aber in Summe schnell ein zweistelliger Monatsbeitrag — für Risiken, die man im Zweifel locker selbst tragen könnte.

Die Regel meines Berufs: Versichern Sie das, was Sie sich nicht selbst leisten könnten zu verlieren. Versichern Sie nicht das, was wehtut, aber nicht ruiniert. Das geht ganz oft gegen das, was im Geschäft angeboten wird. Aber es schafft Klarheit.

Fehler 6: Tarife nur am Preis vergleichen

Ein zwanzig Prozent günstigerer Beitrag heißt in der Versicherungsbranche fast immer: kürzere Liste an versicherten Leistungen. Bei der BU ist es die Definition der „Berufsunfähigkeit" (sechs Monate oder zwölf Monate Prognose?), bei der Hausrat ist es die Höhe der Außenversicherung, bei der Rechtsschutz die Wartezeit.

Mein Vorgehen: Wir vergleichen Bedingungen, nicht Beiträge. Wenn sich am Ende ein günstigerer Tarif als bedingungsstärker erweist — umso besser. Aber nicht der Preis bestimmt die Wahl, sondern was im Schadensfall in der Police steht.

Fehler 7: Den Bestand nie wieder ansehen

Versicherungsverträge sind keine Aufzieh-Uhren. Beiträge passen sich an, Bedingungen veralten, Lebenssituationen ändern sich (Heirat, Kind, Hauskauf, Selbstständigkeit). Wer seinen Vertragsbestand zehn Jahre nicht angeschaut hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwo Lücken oder Doppelungen.

Das ist auch der Grund, warum die laufende Betreuung in meiner Arbeit so viel Raum bekommt. Ein Jahresgespräch — kurz, sortiert, ehrlich — hält den Bestand wach. Auch für Verträge, die Sie ursprünglich bei anderen Vermittlern abgeschlossen haben: Über Connecten übernehmen wir die laufende Betreuung, ohne dass etwas gekündigt werden muss.

Als gebundener Versicherungsvertreter vermittle ich Produkte der WWK und ARAG. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und ersetzt keine individuelle Beratung.

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