Rechtsschutzversicherungen gehören zu den Produkten, die viele Menschen als unnötig empfinden. Bis sie einen Rechtsstreit haben. Dann wünschen sie sich, sie hätten eine. Ich möchte Ihnen erklären, was eine Rechtsschutzversicherung tatsächlich kostet und wie Sie den Tarif finden, der zu Ihnen passt.
Welche Bausteine hat eine Rechtsschutzversicherung?
Eine Rechtsschutzversicherung besteht aus verschiedenen Bausteinen, die Sie einzeln oder in Kombination wählen können. Die wichtigsten sind Privatrechtsschutz, Berufsrechtsschutz, Verkehrsrechtsschutz und Mietrechtsschutz. Privatrechtsschutz deckt Streitigkeiten im Alltag ab, zum Beispiel mit einem Handwerker oder einer Behörde. Berufsrechtsschutz hilft bei arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen. Verkehrsrechtsschutz greift bei Unfällen und Bußgeldverfahren. Mietrechtsschutz schützt bei Konflikten mit dem Vermieter.
Für die meisten Privatpersonen ist eine Kombination aus Privat, Beruf und Verkehr sinnvoll. Mietrechtsschutz kommt dazu, wenn Sie zur Miete wohnen. Selbstständige brauchen stattdessen gewerblichen Rechtsschutz.
Wie wirkt sich die Selbstbeteiligung auf den Beitrag aus?
Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den Sie im Schadensfall selbst tragen. Üblich sind 150, 250 oder 500 Euro pro Rechtsschutzfall. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den monatlichen Beitrag spürbar. Bei einer Selbstbeteiligung von 250 Euro zahlen Sie je nach Tarif zwischen 20 und 35 Euro im Monat für einen umfassenden Schutz.
Ich rate den meisten Kunden zu 150 oder 250 Euro Selbstbeteiligung. Das ist ein guter Kompromiss zwischen Beitragshöhe und tatsächlicher Entlastung im Ernstfall.
Welche Wartezeiten und Ausschlüsse gibt es beim Rechtsschutz?
Die meisten Rechtsschutzbausteine haben eine Wartezeit von drei Monaten. Das heißt: Wenn der Rechtsstreit in den ersten drei Monaten nach Versicherungsbeginn eintritt, zahlt die Versicherung nicht. Eine Ausnahme ist der Verkehrsrechtsschutz, der in der Regel sofort gilt. Wichtig zu wissen: Die Wartezeit bezieht sich auf den Zeitpunkt, an dem die Ursache des Streits liegt, nicht auf den Zeitpunkt der Klage.
Ausschlüsse gibt es ebenfalls. Baurecht, Kapitalanlagestreitigkeiten und vorsätzliche Straftaten sind typischerweise nicht versichert. Lesen Sie die Bedingungen sorgfältig, oder lassen Sie sich die wichtigsten Punkte von mir erklären.
Was kostet ein guter Rechtsschutztarif pro Monat?
Ich vermittle Tarife der ARAG, die als größter Rechtsschutzversicherer Europas eine breite Palette anbietet. Ein solider Kombitarif mit Privat, Beruf und Verkehr kostet für eine Einzelperson etwa 25 bis 40 Euro im Monat, je nach Selbstbeteiligung und Deckungssumme. Familien zahlen etwas mehr, haben dann aber den gesamten Haushalt abgesichert.
Das klingt nach wenig. Und ist es auch, wenn man bedenkt, dass ein einziger Arbeitsrechtsprozess schnell 5.000 Euro und mehr kosten kann. Rechtsschutz ist eine der Versicherungen, bei denen das Preis Leistungs Verhältnis in der Regel sehr gut ausfällt.
Als gebundener Versicherungsvertreter vermittle ich Produkte der WWK und ARAG. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und ersetzt keine individuelle Beratung.
