Die Frage, ob man in die private Krankenversicherung wechseln sollte, gehört zu den häufigsten in meiner Beratung. Und sie verdient eine ehrliche Antwort, denn die Entscheidung begleitet Sie im besten Fall ein Leben lang. Ich möchte Ihnen hier erklären, worauf es wirklich ankommt.
Wer darf in die private Krankenversicherung wechseln?
In die private Krankenversicherung dürfen Angestellte, die mit ihrem Bruttojahresgehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Im Jahr 2026 liegt diese Grenze bei 73.800 Euro. Selbstständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen in die PKV wechseln, ebenso Beamte und Beamtenanwärter. Für Angestellte gilt: Das Einkommen muss in mindestens einem Kalenderjahr über der Grenze gelegen haben, bevor der Wechsel möglich ist.
Was viele nicht wissen: Die Grenze wird jedes Jahr neu festgelegt und steigt in der Regel. Wer knapp darüber liegt, sollte bedenken, dass eine Gehaltsänderung nach unten die Rückkehr in die GKV erzwingen kann, sofern man unter 55 Jahre alt ist.
Was kostet die PKV im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung?
Der Beitrag in der GKV richtet sich nach Ihrem Einkommen. In der PKV richtet er sich nach Ihrem Alter beim Eintritt, Ihrem Gesundheitszustand und dem gewählten Tarif. Für junge, gesunde Menschen ist die PKV oft günstiger als die GKV, besonders wenn sie gut verdienen. Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge in der PKV jedoch, weil die Gesundheitskosten steigen und die Altersrückstellungen ihre Wirkung erst über Jahrzehnte entfalten.
Ein ehrlicher Vergleich muss immer beide Seiten zeigen: den aktuellen Vorteil und die langfristige Entwicklung. Ich rechne das in meiner Beratung über einen Zeitraum von 30 Jahren durch, damit Sie ein vollständiges Bild haben.
Wie entwickeln sich die PKV Beiträge im Alter?
Die Beiträge in der PKV steigen im Alter. Das ist kein Geheimnis und auch kein Fehler im System. Die Versicherer bilden Altersrückstellungen, die den Anstieg abfedern sollen, aber sie können ihn nicht vollständig verhindern. In der GKV sinkt der Beitrag dagegen mit dem Einkommen, weil er prozentual berechnet wird. Im Ruhestand zahlen gesetzlich Versicherte nur auf ihre Rente und gegebenenfalls auf Betriebsrenten Beiträge.
Das bedeutet: Wenn Sie mit einem bescheidenen Einkommen rechnen müssen oder Ihre Altersvorsorge nicht üppig ausfällt, kann die GKV im Alter deutlich günstiger sein. Wenn Sie hingegen gut vorgesorgt haben und die höheren Leistungen der PKV schätzen, bleibt sie auch im Ruhestand eine gute Wahl.
Wann lohnt sich die PKV wirklich?
Ich berate mit Tarifen der ARAG Krankenversicherung. Die ARAG bietet solide PKV Tarife mit verschiedenen Leistungsstufen. Aber ich sage Ihnen auch offen, wenn die GKV in Ihrer Situation die bessere Wahl ist. Die PKV ist kein Upgrade. Sie ist eine andere Welt mit eigenen Regeln. Und wer diese Regeln nicht versteht, bevor er wechselt, ärgert sich später.
Was ich meinen Kunden immer empfehle: Treffen Sie diese Entscheidung nicht unter Zeitdruck und nicht allein anhand des aktuellen Beitrags. Schauen Sie auf die nächsten 30 Jahre, auf Ihre Familienplanung, auf Ihre Einkommensperspektive. Und lassen Sie sich die Rückkehrregeln in die GKV erklären, bevor Sie den Antrag unterschreiben.
Als gebundener Versicherungsvertreter vermittle ich Produkte der WWK und ARAG. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und ersetzt keine individuelle Beratung.
