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SACH & UNFALL

Berufsunfähigkeit oder Unfallversicherung: Was schützt besser?

In meiner Beratungspraxis begegnet mir diese Frage regelmäßig: Reicht nicht die Unfallversicherung als Schutz für den Fall, dass ich nicht mehr arbeiten kann? Die Antwort ist ein klares Nein, und ich möchte erklären warum. Der Unterschied zwischen beiden Versicherungen ist fundamental, und er entscheidet darüber, ob Sie im Ernstfall wirklich abgesichert sind.

Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Unfall?

Die Unfallversicherung leistet ausschließlich dann, wenn Sie durch ein plötzliches, von außen einwirkendes Ereignis körperlich geschädigt werden. Ein Sturz, ein Arbeitsunfall, ein Verkehrsunfall: Das sind klassische Unfälle. Was die Unfallversicherung nicht abdeckt, sind Krankheiten. Und genau hier liegt das entscheidende Problem.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dann, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können, und zwar unabhängig davon, ob die Ursache ein Unfall oder eine Krankheit ist. Statistisch betrachtet sind Krankheiten für rund 80 Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle verantwortlich, Erkrankungen des Bewegungsapparats und psychische Erkrankungen stehen ganz oben auf der Liste. Die Unfallversicherung hätte in diesen Fällen keinen Cent gezahlt.

Wann zahlt die Unfallversicherung und wann nicht?

Die Unfallversicherung ist gut darin, was sie tut. Sie zahlt bei dauerhafter Invalidität nach einem Unfall eine Kapitalleistung oder Rente, abhängig von der vereinbarten Grundsumme und dem Invaliditätsgrad. Wenn jemand bei einem Unfall einen Arm verliert oder dauerhaft gehbehindert wird, leistet die Unfallversicherung zuverlässig.

Sie zahlt jedoch nicht bei Rückenschmerzen, nicht bei Burnout, nicht bei Krebs, nicht bei Herzerkrankungen. All das sind Erkrankungen, keine Unfälle. Und weil diese Erkrankungen die häufigste Ursache für Erwerbsausfälle sind, ist die Unfallversicherung als alleiniger Schutz für die Arbeitskraft schlicht unzureichend. Ich vermittle Unfallversicherungen über die WWK Allgemeine und stehe zu deren Leistungsfähigkeit in ihrem Bereich. Aber ich sage Ihnen auch klar, wo ihre Grenzen liegen.

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für nahezu jeden Berufstätigen sinnvoll, der auf sein Einkommen angewiesen ist. Das gilt besonders für Berufsanfänger, denn je jünger Sie beim Abschluss sind, desto günstiger ist der Beitrag und desto einfacher ist es in der Regel, die Gesundheitsprüfung zu bestehen. Wer mit 25 Jahren eine BU abschließt, zahlt deutlich weniger als jemand, der mit 40 Jahren erste gesundheitliche Auffälligkeiten in der Vorgeschichte hat.

Besonders wichtig ist die BU für Berufe mit hohem körperlichem oder psychischem Belastungsprofil, für Selbstständige ohne gesetzliche Absicherung und für alle, die keine oder eine sehr geringe Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwarten dürfen. Ich muss hier ehrlich mit Ihnen sein: Als gebundener Vertreter kann ich Ihnen im Bereich Berufsunfähigkeit ausschließlich Produkte der WWK anbieten. Für einen Marktvergleich bei der BU empfehle ich Ihnen, zusätzlich einen unabhängigen Makler zu Rate zu ziehen, da die BU ein Produkt ist, bei dem die Tarifunterschiede erheblich sein können.

Kann ich beide Versicherungen kombinieren?

Ja, und für viele Menschen ist die Kombination sinnvoll. Die Unfallversicherung leistet eine wertvolle Ergänzung, weil sie bei schweren Unfällen oft einen einmaligen Kapitalbedarf abdeckt, etwa für den behindertengerechten Umbau einer Wohnung oder den Kauf eines Hilfsmittels. Die BU sichert dagegen das laufende Einkommen ab, wenn Sie nicht mehr arbeiten können.

Die Priorität sollte jedoch klar sein: Wenn das Budget begrenzt ist, kommt die BU zuerst. Die Unfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz. Über die WWK Allgemeine kann ich Ihnen eine solide Unfallversicherung mit verschiedenen Bausteinen anbieten. Wenn Sie beides miteinander abstimmen möchten, sprechen Sie mich gerne an.

Als gebundener Versicherungsvertreter vermittle ich Produkte der WWK und ARAG. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und ersetzt keine individuelle Beratung.

Fragen? Schreiben Sie mir.