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BAV

bAV als Arbeitgeber einrichten: So geht es richtig.

Die betriebliche Altersvorsorge ist eines der wirkungsvollsten Instrumente der Altersvorsorge in Deutschland. Trotzdem wird sie von vielen Arbeitgebern stiefmütterlich behandelt, oft aus Unsicherheit über die rechtlichen Pflichten. Ich möchte Ihnen erklären, was Sie als Arbeitgeber wissen müssen und wie Sie eine bAV sauber einrichten.

Welche Pflichten haben Arbeitgeber bei der betrieblichen Altersvorsorge?

Seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) von 2018 hat jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Das bedeutet: Wenn ein Mitarbeiter Teile seines Bruttogehalts in eine betriebliche Altersvorsorge umwandeln möchte, müssen Sie als Arbeitgeber das ermöglichen. Sie dürfen den Durchführungsweg wählen, aber Sie dürfen den Anspruch nicht verweigern.

Seit 2022 gilt zusätzlich: Für alle Entgeltumwandlungen, bei denen Sie als Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge sparen, müssen Sie einen Zuschuss von mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags leisten. Das gilt auch für Altverträge.

Wie funktioniert die Entgeltumwandlung und wie hoch ist der Pflichtzuschuss?

Die Entgeltumwandlung funktioniert so: Ihr Mitarbeiter verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts, der stattdessen in einen Vorsorgevertrag fließt. Beide Seiten profitieren. Der Mitarbeiter spart Steuern und Sozialabgaben auf den umgewandelten Betrag. Sie als Arbeitgeber sparen den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung auf diesen Betrag.

Der Pflichtzuschuss von 15 Prozent gleicht einen Teil dieser Ersparnis an den Mitarbeiter aus. Viele Arbeitgeber zahlen freiwillig mehr, weil die bAV ein attraktives Instrument zur Mitarbeiterbindung ist. In meiner Beratung sehe ich häufig Zuschüsse von 20 bis 25 Prozent.

Welcher bAV Durchführungsweg passt zu meinem Unternehmen?

Es gibt fünf gesetzliche Durchführungswege für die bAV. In der Praxis sind zwei besonders verbreitet: die Direktversicherung und die Unterstützungskasse. Die Direktversicherung ist der einfachste Weg. Sie schließen als Arbeitgeber eine Lebensversicherung auf das Leben des Mitarbeiters ab, die Beiträge werden direkt vom Bruttogehalt abgeführt. Der Verwaltungsaufwand ist gering, die steuerliche Behandlung klar geregelt.

Die Unterstützungskasse eignet sich für höhere Versorgungszusagen, weil hier die Beitragsgrenzen großzügiger sind. Sie ist allerdings etwas komplexer in der Verwaltung. Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe empfehle ich die Direktversicherung als Einstieg.

Wie richte ich eine betriebliche Altersvorsorge ein?

Der erste Schritt ist eine Betriebsrentenordnung. Darin regeln Sie, welchen Durchführungsweg Sie anbieten, wie hoch der Zuschuss ist und welche Mitarbeiter teilnehmen können. Ich helfe Ihnen bei der Erstellung und übernehme die Kommunikation mit der Versicherungsgesellschaft.

Ich arbeite mit der WWK Lebensversicherung, die Direktversicherungen und Unterstützungskassenlösungen anbietet. Die Einrichtung dauert in der Regel zwei bis drei Wochen, sobald die Grundsatzentscheidung steht. Das Wichtigste ist, dass Sie anfangen und Ihren Mitarbeitern zeigen, dass Sie das Thema ernst nehmen.

Als gebundener Versicherungsvertreter vermittle ich Produkte der WWK und ARAG. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und ersetzt keine individuelle Beratung.

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